Ein immer wiederkehrendes Problem in unserer Gesellschaft ist, dass die unteren 95 % der Gesellschaft immer wieder durch linke Demagogik dazu verleitet werden, auf die Leistungsträger unserer Gesellschaft hinunterzutreten. Ich rede hier bewusst von Heruntertreten, da wir unseren Buckel herhalten, damit jeder Prolo in Simmering jeden Tag etwas zum Essen auf den Tisch hat. Verzeihen Sie mir bitte meine Wut, mich nervt die immer wieder aufkommende Thematik der Erbschaftssteuern. Aber wenn ihr das alle wünscht, dann reden wir einfach mal über Erbschaftssteuern.
Natürlich würde es Geld in die Kassen spülen, wenn wir Geld auf Erbe verlangen, doch die meisten Konzepte reden von einem Freibetrag. Das finde ich schlichtweg unfair. Warum sollten einige wenige dazu gezwungen werden, für die Mehrzahl der Menschen Geld abzudrücken?
Ich fände es wesentlich sinnvoller, man dreht diesen Freibetrag um.
Als Beispiel: Anstatt dass man keine Steuer bis 1,5 Mio. zahlt – was wäre, wenn der Staat sämtliches Erbe bis 1,5 Mio. einkassiert? Warum sollten diese widerlichen Geringverdiener ihr Eigentum über Generationen behalten dürfen, während die wirklich hart arbeitenden Stützen der Gesellschaft zur Kasse gebeten werden?
Ohne Frage würde dies auch mehr Geld in die Kasse spülen, wenn wir die Faulen schröpfen. Außerdem stellen Sie sich den gesellschaftlichen Anreiz vor: Man gibt sich dann nicht mehr mit einer Eigentumswohnung zufrieden, sondern hat ein klares Ziel, auf das man hinarbeiten muss, damit die Kinder vom eigenen Ableben auch wirklich profitieren können.
Falls Sie diese simple These nicht verstehen, stellen Sie sich einfach vor, dass Sie Ihre Mindestpension für 1.500.000 € erkaufen müssen, oder Sie werden enteignet. Dieser Vorschlag sollte doch auch den Roten ein Leuchten in die Augen zaubern.
„Aber Justus, nicht jeder hat diese Privilegien“, höre ich meine lieben Leser sagen.
Da ich nicht vollkommen herzlos bin, habe ich auch hier einen Lösungsvorschlag. Ja, man kann selbst nichts dafür, wenn die eigenen Eltern zur faulen Sorte gehören und gesellschaftlich nicht ausreichend monetären Mehrwert generieren.
In Österreich haben wir ein Regelpensionsantrittsalter von 65 Jahren. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, den mit 1,5 Mio. doch recht lächerlichen Freibetrag zu erreichen, wird diesen in der Pension also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreichen. Ich bin allerdings ein großer Freund von Verantwortung und Motivation. Meine Idee wäre es, diese beiden wichtigen Dinge miteinander zu kombinieren.
Hier ein Beispiel: Justus hat zwei Eltern. Diese Eltern haben eine Eigentumswohnung im Wert von 900.000 €. Viel mehr zu erben gibt es nicht. Justus bekommt vom Staat die einmalige Gelegenheit, zum Pensionsantritt zu entscheiden, seinen Eltern die Wohnung aufgrund von Eigenbedarf zu kündigen. Sie geht in seinen Besitz über. Hierzu muss er lediglich eine Steuer von, sagen wir, 20 % abdrücken.
Justus kann auch seinen Eltern vertrauen, dass sie ihren Freibetrag noch erreichen. Dies sollte seine Eltern motivieren.
Wir geben also den Kindern der Unverantwortlichen eine gewisse Verantwortung. Dies ist motivierend für die Eltern.
Sollte Justus sich für das Vertrauen entscheiden und der Freibetrag von seinen Eltern nicht erreicht werden, dann geht das Erbe in die Hand des Staates, und um Justus eine Lektion zu erteilen, ist er nun auch für alle Kosten haftbar, die durch seine Eltern entstanden sind.
Wir sind uns ja bestimmt alle darüber einig, dass sich die Methode von Zuckerbrot und Peitsche in der Menschheitsgeschichte schon des Öfteren bewährt hat.
An dieser Stelle möchte ich als Privatperson anmerken, dass ich auch einen gewissen Anreiz in der Prügelstrafe für Geringverdiener sehe, jedoch habe ich jetzt weder die Zeit, dies auszuschmücken, noch ist der heutige Blog der passende Rahmen dafür. Denken Sie einfach nur kurz darüber nach. Halten Sie inne, drehen Sie sich ein beruhigendes Stück Musik auf und stellen Sie sich vor, wie Sie aufs AMS gehen und dort einfach zufällig jemandem eine Ohrfeige geben. Beruhigend, nicht wahr?
Gut, ich schweife ab. Gehen wir lieber wieder zum Thema zurück:
Wie Sie sich bestimmt vorstellen, ist dieses Konzept wesentlich besser für einen sanierten Staatshaushalt geeignet als die klassische Forderung einer Erbschaftssteuer. Dadurch, dass dieses Konzept nicht nur ein paar wenige Reiche betrifft, sondern wirklich alle unsere Mitmenschen, kann man hier meiner Meinung nach auch von Solidarität sprechen. Sämtliche anderen Forderungen sind meines Erachtens unsolidarisch.
Um das Ganze auch wirklich schmackhaft zu machen, hier ein Rechenbeispiel. Österreich hat 9,2 Millionen Einwohner, davon wird jeder einmal sterben. Also muss jeder einen Freibetrag in Höhe von 1,5 Millionen an den Staat auszahlen. Das wären 13.800.000.000.000 €, also in Worten 13 Billionen 800 Milliarden €. Der Gesamtschuldenstand Österreichs beträgt 423,9 Mrd. €.
Also wäre das Staatsbudget auf mehrere Jahre saniert, wir wären glücklich und schuldenfrei, erreicht durch einen neoliberalen Ansatz mit einem gesunden Schuss Sozialismus.
Deswegen: Freundschaft, Genossen!
Euer Justus