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Justus spart
Wöchentliche Spartipps für eine fiskalisch verantwortungsvolle Nation
Ausgabe N° 2 Wien, 31. März 2026 Erscheint wöchentlich

Die Erbschaftssteuer - oder: Wie wir den Staatshaushalt wirklich sanieren

Ein immer wiederkehrendes Problem in unserer Gesellschaft ist, dass die unteren 95 % der Gesellschaft immer wieder durch linke Demagogik dazu verleitet werden, auf die Leistungsträger unserer Gesellschaft hinunterzutreten. Ich rede hier bewusst von Heruntertreten, da wir unseren Buckel herhalten, damit jeder Prolo in Simmering jeden Tag etwas zum Essen auf den Tisch hat. Verzeihen Sie mir bitte meine Wut, mich nervt die immer wieder aufkommende Thematik der Erbschaftssteuern. Aber wenn ihr das alle wünscht, dann reden wir einfach mal über Erbschaftssteuern.

Natürlich würde es Geld in die Kassen spülen, wenn wir Geld auf Erbe verlangen, doch die meisten Konzepte reden von einem Freibetrag. Das finde ich schlichtweg unfair. Warum sollten einige wenige dazu gezwungen werden, für die Mehrzahl der Menschen Geld abzudrücken?

Ich fände es wesentlich sinnvoller, man dreht diesen Freibetrag um.

Als Beispiel: Anstatt dass man keine Steuer bis 1,5 Mio. zahlt – was wäre, wenn der Staat sämtliches Erbe bis 1,5 Mio. einkassiert? Warum sollten diese widerlichen Geringverdiener ihr Eigentum über Generationen behalten dürfen, während die wirklich hart arbeitenden Stützen der Gesellschaft zur Kasse gebeten werden?

Ohne Frage würde dies auch mehr Geld in die Kasse spülen, wenn wir die Faulen schröpfen. Außerdem stellen Sie sich den gesellschaftlichen Anreiz vor: Man gibt sich dann nicht mehr mit einer Eigentumswohnung zufrieden, sondern hat ein klares Ziel, auf das man hinarbeiten muss, damit die Kinder vom eigenen Ableben auch wirklich profitieren können.

Falls Sie diese simple These nicht verstehen, stellen Sie sich einfach vor, dass Sie Ihre Mindestpension für 1.500.000 € erkaufen müssen, oder Sie werden enteignet. Dieser Vorschlag sollte doch auch den Roten ein Leuchten in die Augen zaubern.

„Aber Justus, nicht jeder hat diese Privilegien“, höre ich meine lieben Leser sagen.

Da ich nicht vollkommen herzlos bin, habe ich auch hier einen Lösungsvorschlag. Ja, man kann selbst nichts dafür, wenn die eigenen Eltern zur faulen Sorte gehören und gesellschaftlich nicht ausreichend monetären Mehrwert generieren.

In Österreich haben wir ein Regelpensionsantrittsalter von 65 Jahren. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, den mit 1,5 Mio. doch recht lächerlichen Freibetrag zu erreichen, wird diesen in der Pension also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreichen. Ich bin allerdings ein großer Freund von Verantwortung und Motivation. Meine Idee wäre es, diese beiden wichtigen Dinge miteinander zu kombinieren.

Hier ein Beispiel: Justus hat zwei Eltern. Diese Eltern haben eine Eigentumswohnung im Wert von 900.000 €. Viel mehr zu erben gibt es nicht. Justus bekommt vom Staat die einmalige Gelegenheit, zum Pensionsantritt zu entscheiden, seinen Eltern die Wohnung aufgrund von Eigenbedarf zu kündigen. Sie geht in seinen Besitz über. Hierzu muss er lediglich eine Steuer von, sagen wir, 20 % abdrücken.

Justus kann auch seinen Eltern vertrauen, dass sie ihren Freibetrag noch erreichen. Dies sollte seine Eltern motivieren.

Wir geben also den Kindern der Unverantwortlichen eine gewisse Verantwortung. Dies ist motivierend für die Eltern.

Sollte Justus sich für das Vertrauen entscheiden und der Freibetrag von seinen Eltern nicht erreicht werden, dann geht das Erbe in die Hand des Staates, und um Justus eine Lektion zu erteilen, ist er nun auch für alle Kosten haftbar, die durch seine Eltern entstanden sind.

Wir sind uns ja bestimmt alle darüber einig, dass sich die Methode von Zuckerbrot und Peitsche in der Menschheitsgeschichte schon des Öfteren bewährt hat.

An dieser Stelle möchte ich als Privatperson anmerken, dass ich auch einen gewissen Anreiz in der Prügelstrafe für Geringverdiener sehe, jedoch habe ich jetzt weder die Zeit, dies auszuschmücken, noch ist der heutige Blog der passende Rahmen dafür. Denken Sie einfach nur kurz darüber nach. Halten Sie inne, drehen Sie sich ein beruhigendes Stück Musik auf und stellen Sie sich vor, wie Sie aufs AMS gehen und dort einfach zufällig jemandem eine Ohrfeige geben. Beruhigend, nicht wahr?

Gut, ich schweife ab. Gehen wir lieber wieder zum Thema zurück:

Wie Sie sich bestimmt vorstellen, ist dieses Konzept wesentlich besser für einen sanierten Staatshaushalt geeignet als die klassische Forderung einer Erbschaftssteuer. Dadurch, dass dieses Konzept nicht nur ein paar wenige Reiche betrifft, sondern wirklich alle unsere Mitmenschen, kann man hier meiner Meinung nach auch von Solidarität sprechen. Sämtliche anderen Forderungen sind meines Erachtens unsolidarisch.

Um das Ganze auch wirklich schmackhaft zu machen, hier ein Rechenbeispiel. Österreich hat 9,2 Millionen Einwohner, davon wird jeder einmal sterben. Also muss jeder einen Freibetrag in Höhe von 1,5 Millionen an den Staat auszahlen. Das wären 13.800.000.000.000 €, also in Worten 13 Billionen 800 Milliarden €. Der Gesamtschuldenstand Österreichs beträgt 423,9 Mrd. €.

Also wäre das Staatsbudget auf mehrere Jahre saniert, wir wären glücklich und schuldenfrei, erreicht durch einen neoliberalen Ansatz mit einem gesunden Schuss Sozialismus.

Deswegen: Freundschaft, Genossen!

Euer Justus

Das Gesundheitssystem - oder: Wo die Nation am meisten sparen kann

Sehr geehrte Damen, liebe Herren! Ich bin Justus, 29 Jahre alt und studiere seit 10 Jahren BWL und Wirtschaftsinformatik.

Wie euch wohl allen bekannt ist, ist die finanzielle Lage unseres Landes in einem ordentlichen Schiefstand, deswegen habe ich mir vorgenommen, meine Expertise als Unternehmensberater heranzuziehen und der Regierung Spartipps zu geben. Einmal in der Woche werdet ihr hier einen Artikel von mir zu lesen bekommen.

Wir beginnen unsere gemeinsame Reise mit dem Ort, wo ich am meisten Sparpotenzial vermute: dem Gesundheitssystem.

Also, wo können wir als Nation im Gesundheitssystem sparen?

Wie in jedem anderen Unternehmen ist der größte Faktor das Personal.

In Zeiten der Pandemie wurde für das Gesundheitspersonal täglich um 18 Uhr applaudiert, und das war ihnen scheinbar nicht genug. Stellen Sie sich das vor? Wann war das letzte Mal, dass Sie einen Applaus bekommen haben? Und zufriedengegeben haben sie sich damit auch nicht. — Dies tut hier nichts zur Sache, ich wollte es nur einmal loswerden.

Aber wie sparen wir denn nun am Personal?

Beginnen wir bei den Ärzten: Zum einen haben wir einen eklatanten Mangel an Ärzten, und zum anderen gibt es schlicht und ergreifend zu wenig. Hier sehe ich x Ansätze.

Ansatz 1: Direkte Demokratie im Gesundheitswesen

Wir könnten uns eine Scheibe von der direkten Demokratie abschneiden. Hier sollen Laien über komplexe Gesetze entscheiden; ich finde dies wunderbar, deswegen stellt sich mir die Frage: Wieso soll das nicht auch im Gesundheitssystem funktionieren?

  1. Sie rufen eine Hotline an und schildern Ihre Symptome einer AI. Diese erarbeitet ein Formular mit Behandlungsvorschlägen.
  2. Auf dem Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus müssen Sie dieses Formular 10 anderen Menschen zeigen, die ankreuzen, welchen Behandlungsvorschlag sie am besten finden.
  3. Sie legen dieses Formular hin und erhalten eine Behandlung von einer Person, die zufällig aus der Bevölkerung ausgewählt wurde.

Direkt, demokratisch und eine Behandlung, die an Ärztekosten spart. Natürlich gehören hier noch ein paar Feinheiten ausgearbeitet, aber ich bin nur hier für den Denkanstoß.

Ansatz 2: Dr. Google

Heutzutage ist es ganz simpel, einfach die Symptome zu googeln – wieso also Zeit damit verschwenden, etwas von einem Arzt diagnostizieren zu lassen?

  1. Sie googeln Ihr Symptom und entscheiden selbst, welchen Behandlungsansatz Sie für Ihre Krankheit wählen.
  2. Sie gehen ins Krankenhaus, und dort stellen Sie sich einfach an, um den von Ihnen gewählten Behandlungsvorschlag durchzuführen.

Diesen Ansatz finde ich besonders toll, da er die medizinischen Kenntnisse in der Bevölkerung wachsen lässt und gleichzeitig auch zu einer relativ drastischen Steigerung der Medienkompetenz führt.

Bei beiden Ansätzen spart man sich Kosten für die Gespräche, und der optimale Arbeitsablauf verringert auch die Last, die auf unseren Ärztinnen und Ärzten liegt. Das Gesundheitssystem spart Kosten für Behandlungsfehler, da wir unseren Mitmenschen einfach selber mehr Verantwortung in die Hand drücken.

Nun, da wir bei unseren Ärzten einen saftigen Batzen Geld eingespart haben, kommen wir zu einem weiteren Teil, wo der rote Stift ganz leicht eingesetzt werden kann.

Facility Management

Überlegen Sie sich doch, wie viel Geld wir hier sparen könnten, wenn wir das Facility Management durch Sprinkler und Staubsaugerroboter ersetzen würden. Die Sprinkler verteilen einfach großzügig Desinfektionsmittel in den Zimmern, und die Staubsaugerroboter erledigen den Rest. Natürlich ist dies mehr Materialaufwand. Jedoch spart man das ganz einfach mit weniger Überstunden und weniger Personal ein, ich sehe hier einen Nettogewinn. Fürs Patientenwohl könnte man die Staubsaugerroboter noch mit Lautsprechern ausstatten, die Musik spielen oder Personal vorgaukeln, dass sich für ihr Wohl interessiert.

Pflege

Die Pflege ist sozusagen das Rückgrat der Gesundheitsversorgung. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, wer denn für etwas zuständig ist, dann kann man sich sicher sein, dass es die Pflege ist. Dies ist ein gewisser Schiefstand, denn auch Pflegepersonal ist teuer. Doch wie lösen wir dieses Problem?

Es benötigt einfach klare Zuständigkeiten. Oftmals wollen Patient*innen reden, hier sehe ich in meiner Rolle als Unternehmensberater einfach nicht ein, wieso ein Unternehmen Fachpersonal zum Plaudern bezahlen soll.

Hier sehe ich starkes Kooperationspotenzial mit dem AMS. Wir verteilen einfach die Faulsten unserer Gesellschaft auf den Stationen und in den Pflegeheimen. Wenn eine Glocke ertönt, dann ist es der Auftrag der Arbeitslosen, sich damit zu beschäftigen, was benötigt wird.

Mein persönlich bevorzugter Lösungsansatz wäre es, die AMS-Rekruten hier nicht anzustellen, sondern ihnen das Ganze als Kurs zu verrechnen. So können wir ihnen mit einer wunderbaren Willkür die Bezüge streitig machen, außerdem sparen wir ein 13. und 14. Monatsgehalt.

Historisch gesehen zeigt sich, dass gerade Pflegepersonen oftmals freiwillig und aus der Güte ihres Herzens heraus gearbeitet haben. Ich sehe hier also nicht ein, wieso man dieses Phänomen, wenn auch mit ein bisschen Druck von außen, nicht nacherzeugen können sollte.

Bei erster Betrachtung mögen diese Vorschläge zugegebenermaßen ein wenig übertrieben oder grausam klingen. Wenn wir allerdings einen Blick auf die Reichsten unserer Gesellschaft werfen, so steht es außer Frage, dass eine gewisse Skrupellosigkeit und ein Wohlstandszuwachs nicht wirklich zu trennen sind.

Die aktuelle politische Entwicklung zeigt doch ohnehin, dass sich unsere Gesellschaft mehr Kälte und willkürliche Grausamkeiten wünscht – was sollte uns also davon abhalten, so richtig stark damit loszustarten.

Einen besinnlichen Tag,

Euer Justus

Nächste Woche: Ein weiterer Spartipp von Justus.
Bleiben Sie fiskalisch wachsam.